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ns_txt_nahsehschaerfelesevermoegen [2025/12/22 11:56] – [2.4.7 Minderung der Erwerbsfähigkeit und Nahsehschärfe] Herbert Jäglens_txt_nahsehschaerfelesevermoegen [2026/06/23 12:06] (aktuell) – [2.4.7 Vergrößerungsbedarf bei der Anpassung von vergrößernden Sehhilfen] Herbert Jägle
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 ==== 2.2.1 Sehzeichen ==== ==== 2.2.1 Sehzeichen ====
-**Normsehzeichen zur Nahsehschärfebestimmung:** Eine normgerechte Sehschärfebestimmung mit Einzelzeichen muss mit dem 8-Positionen-Landoltring gemäß DIN EN ISO 8596 durchgeführt werden [6,23,24]. Nach DIN 58220, Teil 3 [5] kann der Landoltring auch zur Bestimmung der Nahsehschärfe verwendet werden.+**Normsehzeichen zur Nahsehschärfebestimmung:** Eine normgerechte Sehschärfebestimmung mit Einzeloptotypen muss mit dem 8-Positionen-Landoltring gemäß DIN EN ISO 8596 durchgeführt werden [6,23,24]. Nach DIN 58220, Teil 3 [5] kann der Landoltring auch zur Bestimmung der Nahsehschärfe verwendet werden.
  
-Der Zahlenwert der Nahsehschärfe für Einzelzeichen wird in Deutschland normalerweise als „dezimale Nahsehschärfe“ angegeben. Einem Landoltring mit einer Lückenbreite von 1 Winkelminute wird der dezimale Nahsehschärfewert von 1,0 zugeordnet. Dieser Landoltring hat einen angulären Durchmesser von 5 Sehwinkelminuten. Alternativ kann die Nahsehschärfe als „LogMAR-Sehschärfe“ oder „Snellen-Bruch“ angegeben werden [6].+Der Zahlenwert der Nahsehschärfe für Einzeloptotypen wird in Deutschland normalerweise als „dezimale Nahsehschärfe“ angegeben. Einem Landoltring mit einer Lückenbreite von 1 Winkelminute wird der dezimale Nahsehschärfewert von 1,0 zugeordnet. Dieser Landoltring hat einen angulären Durchmesser von 5 Sehwinkelminuten. Alternativ kann die Nahsehschärfe als „LogMAR-Sehschärfe“ oder „Snellen-Bruch“ angegeben werden [6].
  
 **Klinische Sehzeichen:** In einem informativen Anhang der DIN EN ISO 8596 sind zusätzlich „klinische Sehzeichen“ gelistet. Dazu zählen die ETDRS-Tafel, der E-Haken und spezielle Kindersehzeichen (z.B. LEA™-Symbole). Die klinischen Sehzeichen sind dem Landoltring in der Norm aber nicht gleichgestellt, da sie selbst bei gleicher Größe und Strichbreite unterschiedlich gut erkennbar sein können. Für Gutachten nach DIN 58220, Teil 3 dürfen diese Sehzeichen nicht verwendet werden. **Klinische Sehzeichen:** In einem informativen Anhang der DIN EN ISO 8596 sind zusätzlich „klinische Sehzeichen“ gelistet. Dazu zählen die ETDRS-Tafel, der E-Haken und spezielle Kindersehzeichen (z.B. LEA™-Symbole). Die klinischen Sehzeichen sind dem Landoltring in der Norm aber nicht gleichgestellt, da sie selbst bei gleicher Größe und Strichbreite unterschiedlich gut erkennbar sein können. Für Gutachten nach DIN 58220, Teil 3 dürfen diese Sehzeichen nicht verwendet werden.
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 Ob die Anzahl der falsch gelesenen Wörter von der Gesamtzahl der gelesenen Wörter abgezogen werden muss oder nicht, wird unterschiedlich gehandhabt.  Ob die Anzahl der falsch gelesenen Wörter von der Gesamtzahl der gelesenen Wörter abgezogen werden muss oder nicht, wird unterschiedlich gehandhabt. 
  
-==== 2.4.Fremdsprachen ====+==== 2.4.Fremdsprachen ====
 Um Sprachprobleme auszugleichen, können Patienten bei Bedarf mit fremdsprachigen Leseproben (z.B. Bailey–Lovie Word Reading Chart, Colenbrander English Continuous Text Near Vision Cards, IReST Reading Probe, MNREAD Charts, SKread Charts, Radner Reading Charts) untersucht werden.  Um Sprachprobleme auszugleichen, können Patienten bei Bedarf mit fremdsprachigen Leseproben (z.B. Bailey–Lovie Word Reading Chart, Colenbrander English Continuous Text Near Vision Cards, IReST Reading Probe, MNREAD Charts, SKread Charts, Radner Reading Charts) untersucht werden. 
  
-==== 2.4.Darf man alte, einfache Nahleseproben noch weiterverwenden? ====+==== 2.4.Darf man alte, einfache Nahleseproben noch weiterverwenden? ====
 In den Kliniken und Augenarztpraxen sind häufig ganz einfache Lesetafeln im Gebrauch. Sie werden z.B. bei der Bestimmung der Nahbrille eingesetzt. Die einfachen Lesetafeln enthalten oft auch andere nützliche Lesetests, wie z.B. Noten, Auszüge aus Fahrplänen und Landkarten. Diese einfachen Lesetafeln sind aber nicht normgerecht, da sie nur wenige ausgewählte Visusstufen enthalten. Außerdem stimmen die Schriftart und x-Höhe oft nicht mit den Vorschriften der Norm DIN EN ISO 7921 überein. Deshalb dürfen diese Tafeln nicht verwendet werden, wenn die gemessenen Nahsehschärfewerte an Kollegen oder offizielle Stellen weitergegeben werden sollen.  In den Kliniken und Augenarztpraxen sind häufig ganz einfache Lesetafeln im Gebrauch. Sie werden z.B. bei der Bestimmung der Nahbrille eingesetzt. Die einfachen Lesetafeln enthalten oft auch andere nützliche Lesetests, wie z.B. Noten, Auszüge aus Fahrplänen und Landkarten. Diese einfachen Lesetafeln sind aber nicht normgerecht, da sie nur wenige ausgewählte Visusstufen enthalten. Außerdem stimmen die Schriftart und x-Höhe oft nicht mit den Vorschriften der Norm DIN EN ISO 7921 überein. Deshalb dürfen diese Tafeln nicht verwendet werden, wenn die gemessenen Nahsehschärfewerte an Kollegen oder offizielle Stellen weitergegeben werden sollen. 
  
-==== 2.4.Trennschwierigkeiten ====+==== 2.4.Trennschwierigkeiten ====
 Ca. 90% der Patienten mit einer Schielamblyopie haben Trennschwierigkeiten [19]. Deshalb ist das Lesevermögen häufig stärker reduziert, als die Sehschärfe für Einzeloptotypen erwarten lässt. Das Ausmaß der Kontureninteraktion zeigt z.B. der C-Test nach Haase-Hohmann [11]. Er enthält sehr eng beieinander stehende Landoltringe mit 2,6´ Wikelminuten Abstand und Landoltringe mit 17,2’ Winkelminuten Abstand. Die Untersuchung kann entweder in 5 m oder in 40 cm durchgeführt werden.  Ca. 90% der Patienten mit einer Schielamblyopie haben Trennschwierigkeiten [19]. Deshalb ist das Lesevermögen häufig stärker reduziert, als die Sehschärfe für Einzeloptotypen erwarten lässt. Das Ausmaß der Kontureninteraktion zeigt z.B. der C-Test nach Haase-Hohmann [11]. Er enthält sehr eng beieinander stehende Landoltringe mit 2,6´ Wikelminuten Abstand und Landoltringe mit 17,2’ Winkelminuten Abstand. Die Untersuchung kann entweder in 5 m oder in 40 cm durchgeführt werden. 
  
 Der Visus mit Landoltringen mit einem Abstand von 17,2´ Winkelminuten entspricht in etwa der Sehschärfe mit Einzeloptotypen. Im Verlauf einer Amblyopietherapie verbessert sich der Einzeloptotypenvisus oftmals auf fast normale Werte, während der Visus mit den eng stehenden Landoltringen (2,6') trotz der Behandlung deutlich erniedrigt sein kann. So ergab sich in klinischen Studien bei einem Einzeloptotypenvisus von 0,8 ein Visus für Reihensehzeichen zwischen 0,16 und 0,63 [19]. Damit kann bereits im Vorschulalter eine Aussage zur Amblyopiegefährdung und zur Art der späteren Weiterbehandlung gemacht werden.  Der Visus mit Landoltringen mit einem Abstand von 17,2´ Winkelminuten entspricht in etwa der Sehschärfe mit Einzeloptotypen. Im Verlauf einer Amblyopietherapie verbessert sich der Einzeloptotypenvisus oftmals auf fast normale Werte, während der Visus mit den eng stehenden Landoltringen (2,6') trotz der Behandlung deutlich erniedrigt sein kann. So ergab sich in klinischen Studien bei einem Einzeloptotypenvisus von 0,8 ein Visus für Reihensehzeichen zwischen 0,16 und 0,63 [19]. Damit kann bereits im Vorschulalter eine Aussage zur Amblyopiegefährdung und zur Art der späteren Weiterbehandlung gemacht werden. 
  
-===== 2.4.Vergrößerungsbedarf bei der Anpassung von vergrößernden Sehhilfen =====+==== 2.4.Vergrößerungsbedarf bei der Anpassung von vergrößernden Sehhilfen ====
 Ein wichtiges Ziel der Anpassung von vergrößernden Sehhilfen ist die Wiederherstellung der Lesefähigkeit. Nach Diepes et al. [3] reicht dazu in der Regel ein mit Einzelzeichen gemessener Fernvisus von 0,4 bis 0,5. Der mit Einzelzeichen gemessene Visus ist aber bei eingeschränkten zentralen und parazentralen Gesichtsfeldern häufig wenig aussagekräftig, denn zum Lesen ist nach Aulhorn eine minimale Ausdehnung des Gesichtsfeldes von 4 Grad horizontal und 2 Grad vertikal nötig [3, 21]. Zusätzlich ist beim Lesen auch die Funktionsfähigkeit kortikaler Areale erforderlich, die für das Erkennen von Wörtern und Textzusammenhängen zuständig sind [21]. Ein wichtiges Ziel der Anpassung von vergrößernden Sehhilfen ist die Wiederherstellung der Lesefähigkeit. Nach Diepes et al. [3] reicht dazu in der Regel ein mit Einzelzeichen gemessener Fernvisus von 0,4 bis 0,5. Der mit Einzelzeichen gemessene Visus ist aber bei eingeschränkten zentralen und parazentralen Gesichtsfeldern häufig wenig aussagekräftig, denn zum Lesen ist nach Aulhorn eine minimale Ausdehnung des Gesichtsfeldes von 4 Grad horizontal und 2 Grad vertikal nötig [3, 21]. Zusätzlich ist beim Lesen auch die Funktionsfähigkeit kortikaler Areale erforderlich, die für das Erkennen von Wörtern und Textzusammenhängen zuständig sind [21].
  
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 Ausgehend vom Normaldruck bieten diese Prüftafeln deutlich größer gedruckte Lesetexte an. Es wird in 25 cm mit der besten Nahkorrektur für 25 cm geprüft, welche Schriftgröße noch flüssig gelesen werden kann [21]. Neben der kleinsten gelesenen Textzeile kann man den voraussichtlichen Vergrößerungsbedarf von der Tafel ablesen. Ist z.B. die gerade noch flüssig und ohne große Anstrengung lesbare Textgröße der Leseprobe in 25 cm doppelt so groß wie der Normaldruck, spricht man von einem „2-fachen Vergrößerungsbedarf“. Der so ermittelte Vergrößerungsfaktor dient anschließend als Ausgangswert für die Hilfsmittelerprobung. So kann bei 2-fachem Vergrößerungsbedarf beispielsweise eine Fernrohrlupenbrille mit 2-facher Vergrößerung ausprobiert werden. Alternativ kann man zur Fernkorrektion +8 dpt hinzuaddieren (mit Zusatzprisma Basis innen zur Konvergenzunterstützung) und diese Brillenstärke in einem sehr kurzen Leseabstand von 12,5 cm erproben. Ausgehend vom Normaldruck bieten diese Prüftafeln deutlich größer gedruckte Lesetexte an. Es wird in 25 cm mit der besten Nahkorrektur für 25 cm geprüft, welche Schriftgröße noch flüssig gelesen werden kann [21]. Neben der kleinsten gelesenen Textzeile kann man den voraussichtlichen Vergrößerungsbedarf von der Tafel ablesen. Ist z.B. die gerade noch flüssig und ohne große Anstrengung lesbare Textgröße der Leseprobe in 25 cm doppelt so groß wie der Normaldruck, spricht man von einem „2-fachen Vergrößerungsbedarf“. Der so ermittelte Vergrößerungsfaktor dient anschließend als Ausgangswert für die Hilfsmittelerprobung. So kann bei 2-fachem Vergrößerungsbedarf beispielsweise eine Fernrohrlupenbrille mit 2-facher Vergrößerung ausprobiert werden. Alternativ kann man zur Fernkorrektion +8 dpt hinzuaddieren (mit Zusatzprisma Basis innen zur Konvergenzunterstützung) und diese Brillenstärke in einem sehr kurzen Leseabstand von 12,5 cm erproben.
  
-Wegen des vergleichsweise geringen Leseabstands ist genau auf die Einhaltung des Abstands, eine für diese Entfernung angemessene Nahkorrektion und eine adäquate Beleuchtung zu achten: Bei völlig fehlendem Akkommodationsvermögen ist für 25 cm Abstand ein Nahzusatz von 1/0,25 m = +4.0 dpt als Addition zur bestmöglichen Fernrefraktion hinzuzurechnen.+Wegen des vergleichsweise geringen Leseabstands ist genau auf die Einhaltung des Abstands, eine für diese Entfernung angemessene Nahkorrektion und eine adäquate Beleuchtung zu achten: Bei völlig fehlendem Akkommodationsvermögen ist für 25 cm Abstand ein Nahzusatz von 1/0,25 m = +4.0 dpt als Addition zur bestmöglichen Fernkorrektion hinzuzurechnen.
  
-===== 2.4.Minderung der Erwerbsfähigkeit und Nahsehschärfe =====+Sehr lesenswert sind auch die unter [[https://augeninfo.de/patbrosch/vergr_sehh.html]] aufrufbare Patienteninformationen zu vergrößernden Sehhilfen. 
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 +^**Leseproben für Sehbehinderte zur Bestimmung des Vergrößerungsbedarfs** ^ ^ 
 +|**Hersteller/Vertrieb**                                                                                                       |**Bezeichnung und Inhalt**                                                                                                                                                                                                                         | 
 +|[[GH_TAB_Eschenbach]] |Sehprobentafel & Leseprobe bei geringen Visusverhältnissen Enthält Leseproben für einen Vergrößerungsbedarf von 0,8 bis 16 fach. Zusätzlich sind Landoltringe in den Visuswerten 0,02 bis 0,2 aus 1 m, Buchstaben und zwei Amsler Gitter enthalten.| 
 +|[[GH_TAB_Schweizer]] |Test zum Bestimmen des Vergrößerungsbedarfs für die Nähe Enthält Leseproben für einen Vergrößerungsbedarf von 0,8 bis 20 fach und ein Amsler Gitter                                                                                                | 
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 +==== 2.4.Minderung der Erwerbsfähigkeit und Nahsehschärfe ====
 Bei der Mehrzahl der zu begutachtenden Patienten stimmen Fernvisus und Nahvisus (Einzeloptotypen) überein. Bei parazentralen Gesichtsfelddefekten, bei Patienten mit hoher Myopie oder bei Schielamblyopien können aber zum Teil erhebliche Differenzen auftreten. Des Weiteren führen postchiasmale, nah parazentrale (d.h. die zentralen 2° beeinträchtigende) homonyme Gesichtsfeldausfälle zu einer Beeinträchtigung des Lesevermögens. Sog. zentrale Sehstörungen, also Beeinträchtigungen zerebraler Areale außerhalb der primären Sehbahn („zentrale Alexie“ oder [Hemi-] Neglekt) reduzieren ebenfalls die Lesefähigkeit oder führen ggf. sogar zu einer völligen Leseunfähigkeit [21]. Bei der Mehrzahl der zu begutachtenden Patienten stimmen Fernvisus und Nahvisus (Einzeloptotypen) überein. Bei parazentralen Gesichtsfelddefekten, bei Patienten mit hoher Myopie oder bei Schielamblyopien können aber zum Teil erhebliche Differenzen auftreten. Des Weiteren führen postchiasmale, nah parazentrale (d.h. die zentralen 2° beeinträchtigende) homonyme Gesichtsfeldausfälle zu einer Beeinträchtigung des Lesevermögens. Sog. zentrale Sehstörungen, also Beeinträchtigungen zerebraler Areale außerhalb der primären Sehbahn („zentrale Alexie“ oder [Hemi-] Neglekt) reduzieren ebenfalls die Lesefähigkeit oder führen ggf. sogar zu einer völligen Leseunfähigkeit [21].
 Für die Beurteilung der Minderung der Erwerbsfähigkeit (MdE) durch Schäden des Sehvermögens hatte die Deutsche Ophthalmologische Gesellschaft 1981 empfohlen: „Ergeben sich Abweichungen zwischen Fern- und Nahvisus, so ist die MdE für beide Sehschärfewerte anhand der Tabelle zu ermitteln und für die Beurteilung ein Zwischenwert zu wählen, der bevorzugt den Nahvisus berücksichtigt.“ (siehe hierzu Gramberg-Danielsen & Mewe [10]). Mit der vollständigen Überarbeitung der Empfehlungen zur Beurteilung in der Gesetzlichen Unfallversicherung (GUV) 1994 (Völcker & Gramberg-Danielsen [22], Burggraf [2]) entfiel jedoch die Berücksichtigung des Nahvisus. Seither ist bezüglich des zu ermittelnden Visus nur die DIN-konforme Sehschärfeprüfung für die Ferne bei der Beurteilung der MdE zugrunde zu legen. Für die Beurteilung der Minderung der Erwerbsfähigkeit (MdE) durch Schäden des Sehvermögens hatte die Deutsche Ophthalmologische Gesellschaft 1981 empfohlen: „Ergeben sich Abweichungen zwischen Fern- und Nahvisus, so ist die MdE für beide Sehschärfewerte anhand der Tabelle zu ermitteln und für die Beurteilung ein Zwischenwert zu wählen, der bevorzugt den Nahvisus berücksichtigt.“ (siehe hierzu Gramberg-Danielsen & Mewe [10]). Mit der vollständigen Überarbeitung der Empfehlungen zur Beurteilung in der Gesetzlichen Unfallversicherung (GUV) 1994 (Völcker & Gramberg-Danielsen [22], Burggraf [2]) entfiel jedoch die Berücksichtigung des Nahvisus. Seither ist bezüglich des zu ermittelnden Visus nur die DIN-konforme Sehschärfeprüfung für die Ferne bei der Beurteilung der MdE zugrunde zu legen.
  • ns_txt_nahsehschaerfelesevermoegen.1766404573.txt.gz
  • Zuletzt geändert: 2025/12/22 11:56
  • von Herbert Jägle