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ns_txt_nahsehschaerfelesevermoegen [2025/12/22 10:54] – [2.2 Begriffe, Definitionen, Normen, physikalische und physiologische Grundlagen] Herbert Jäglens_txt_nahsehschaerfelesevermoegen [2026/01/02 17:21] (aktuell) – [2.4.7 Minderung der Erwerbsfähigkeit und Nahsehschärfe] Herbert Jägle
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 Das Nahsehen kann man entweder mit **Einzeloptotypen** oder mit **Lesetexten** prüfen. Diese beiden Messmethoden können, besonders bei Patienten mit Visusminderungen, sehr unterschiedliche Ergebnisse liefern, da sie das visuelle System auf unterschiedliche Weise fordern. Deshalb gelten für die Messung der Nahsehschärfe mit Einzeloptotypen und des Lesevermögens mit Lesetexten unterschiedliche Normen und Messvorschriften.  Das Nahsehen kann man entweder mit **Einzeloptotypen** oder mit **Lesetexten** prüfen. Diese beiden Messmethoden können, besonders bei Patienten mit Visusminderungen, sehr unterschiedliche Ergebnisse liefern, da sie das visuelle System auf unterschiedliche Weise fordern. Deshalb gelten für die Messung der Nahsehschärfe mit Einzeloptotypen und des Lesevermögens mit Lesetexten unterschiedliche Normen und Messvorschriften. 
  
-Die beiden Begriffe „Nahsehschärfe“ und „Nahlesesehschärfe“ charakterisieren unterschiedliche Sehleistungen und müssen genau voneinander unterschieden werden. +Die beiden Begriffe „Nahsehschärfe“ und „Nahlesesehschärfe“ charakterisieren unterschiedliche Sehleistungen und müssen genau voneinander unterschieden werden. Im Folgenden einige wichtige Begriffsdefinitionen:
  
 ** Nahsehschärfe / Nahvisus (near visual acuity): ** Die „Nahsehschärfe“ bzw. der „Nahvisus“ [4] ergibt sich aus der Größe der kleinsten Einzeloptotypen (z.B. Landoltringe, Buchstaben, Zahlen, E-Haken, LEA™-Symbole), die bei einem Betrachtungsabstand von ≤ 50 cm noch erkannt werden. ** Nahsehschärfe / Nahvisus (near visual acuity): ** Die „Nahsehschärfe“ bzw. der „Nahvisus“ [4] ergibt sich aus der Größe der kleinsten Einzeloptotypen (z.B. Landoltringe, Buchstaben, Zahlen, E-Haken, LEA™-Symbole), die bei einem Betrachtungsabstand von ≤ 50 cm noch erkannt werden.
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 ** Kritische Buchstabengröße (critical print size): ** Der Begriff „kritische Buchstabengröße“ kennzeichnet die kleinste Schriftgröße, die noch mit normaler Lesegeschwindigkeit gelesen werden kann. Etwas kleinere Schrift kann zwar auch noch gelesen werden, aber nur mühsam und langsamer. ** Kritische Buchstabengröße (critical print size): ** Der Begriff „kritische Buchstabengröße“ kennzeichnet die kleinste Schriftgröße, die noch mit normaler Lesegeschwindigkeit gelesen werden kann. Etwas kleinere Schrift kann zwar auch noch gelesen werden, aber nur mühsam und langsamer.
  
-==== 2.2.Sehzeichen ====+==== 2.2.Sehzeichen ====
 **Normsehzeichen zur Nahsehschärfebestimmung:** Eine normgerechte Sehschärfebestimmung mit Einzelzeichen muss mit dem 8-Positionen-Landoltring gemäß DIN EN ISO 8596 durchgeführt werden [6,23,24]. Nach DIN 58220, Teil 3 [5] kann der Landoltring auch zur Bestimmung der Nahsehschärfe verwendet werden. **Normsehzeichen zur Nahsehschärfebestimmung:** Eine normgerechte Sehschärfebestimmung mit Einzelzeichen muss mit dem 8-Positionen-Landoltring gemäß DIN EN ISO 8596 durchgeführt werden [6,23,24]. Nach DIN 58220, Teil 3 [5] kann der Landoltring auch zur Bestimmung der Nahsehschärfe verwendet werden.
  
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 Landoltringe vom Nahsehschärfewert 1,0 müssen nach der Norm 5 Winkelminuten hoch sein. Lesetexte haben einen Nahlesesehschärfewert von 1,0, wenn die Höhe der Kleinbuchstaben (x-Höhe) 5 Winkelminuten beträgt. Deshalb werden – bei gleichem Visuswert – die Einzeloptotypen (Landoltringe, Großbuchstaben und Zahlen) in den normgerechten Nahleseproben genauso hoch gedruckt wie die Kleinbuchstaben des Lesetextes. Landoltringe vom Nahsehschärfewert 1,0 müssen nach der Norm 5 Winkelminuten hoch sein. Lesetexte haben einen Nahlesesehschärfewert von 1,0, wenn die Höhe der Kleinbuchstaben (x-Höhe) 5 Winkelminuten beträgt. Deshalb werden – bei gleichem Visuswert – die Einzeloptotypen (Landoltringe, Großbuchstaben und Zahlen) in den normgerechten Nahleseproben genauso hoch gedruckt wie die Kleinbuchstaben des Lesetextes.
  
-==== 2.2.Leseabstand ====+==== 2.2.Leseabstand ==== 
 +** Leseabstand für Einzelzeichen: ** Die deutsche Norm zur Sehschärfebestimmung für Gutachten, DIN 58220, Teil 3 [5] legt als Prüfentfernungen für die Nähe 25 cm, 33 cm und 40 cm fest. Meist wird eine Prüfentfernung von 40 cm bevorzugt.
  
-**Leseabstand für Einzelzeichen:** Die deutsche Norm zur Sehschärfebestimmung für Gutachten, DIN 58220, Teil 3 [5] legt als Prüfentfernungen für die Nähe 25 cm, 33 cm und 40 cm fest. Meist wird eine Prüfentfernung von 40 cm bevorzugt.+** Leseabstand für Lesetexte: ** Die Norm DIN EN ISO 7921 legt 40 cm als den empfohlenen Prüfabstand zum Lesen fest und bezieht alle Berechnungen auf diesen AbstandDie Norm erlaubt aber auch Messungen in anderen Abständen. Als Beispiel wird die Messung der Lesesehschärfe eines Patienten beim Betrachten eines Computerbildschirms im Abstand von 60 cm genannt oder die Messung in sehr kurzen Distanzen bei Verwendung eines Nahzusatzes über +2,50 dpt. In einem klinischen Anhang der Norm werden geeignete Umrechnungsmöglichkeiten vorgestellt [7].
  
-**Leseabstand für Lesetexte:** Die Norm DIN EN ISO 7921 legt 40 cm als den empfohlenen Prüfabstand zum Lesen fest und bezieht alle Berechnungen auf diesen AbstandDie Norm erlaubt aber auch Messungen in anderen AbständenAls Beispiel wird die Messung der Lesesehschärfe eines Patienten beim Betrachten eines Computerbildschirms im Abstand von 60 cm genannt oder die Messung in sehr kurzen Distanzen bei Verwendung eines Nahzusatzes über +2,50 dpt. In einem klinischen Anhang der Norm werden geeignete Umrechnungsmöglichkeiten vorgestellt [7].+** Leseabstand für vergrößernde Sehhilfen: ** Die Entfernung 25 cm stammt aus der physikalischen Optik und wird als Bezugssehweite bezeichnet [4]Auf dieser Entfernung basieren wichtige Formeln zu Berechnung der Vergrößerung einer LupeDieser Abstand wird in der ärztlichen und optometrischen Praxis oft zur Bestimmung des Vergrößerungsbedarfs von Sehbehinderten verwendet [3].
  
-**Leseabstand für vergrößernde Sehhilfen:** Die Entfernung 25 cm stammt aus der physikalischen Optik und wird als Bezugssehweite bezeichnet [4]. Auf dieser Entfernung basieren wichtige Formeln zu Berechnung der Vergrößerung einer LupeDieser Abstand wird in der ärztlichen und optometrischen Praxis oft zur Bestimmung des Vergrößerungsbedarfs von Sehbehinderten verwendet [3].+==== 2.2.3 Abstufung der Sehzeichen ==== 
 +Eine Forderung der DIN EN ISO 7921 besagt, dass Nahleseproben nur dann normgerecht sind, wenn sie sämtliche Visusstufen der logarithmisch gestuften Normzahlreihe R10 beginnend bei einem … vom Hersteller selbst festzulegenden – kleinsten Wert (z.B. Visuswert 0,05) bis hin zum Visuswert 1,0 enthält [7,12]. Höhere Visuswerte sind optional erlaubt 
 +Einfache Nahsehproben, die nur eine kleine Auswahl von Visusstufen enthalten und in der Klinik z.B. zur Nahbrillenbestimmung verwendet werden, sind zur normgerechten Bestimmung der Nahlesesehschärfe nicht geeignet.
  
-**2.2.8 Abstufung der Sehzeichen:** Eine Forderung der DIN EN ISO 7921 besagt, dass Nahleseproben nur dann normgerecht sind, wenn sie sämtliche Visusstufen der logarithmisch gestuften Normzahlreihe R10 beginnend bei einem … vom Hersteller selbst festzulegenden – kleinsten Wert (z.B. Visuswert 0,05) bis hin zum Visuswert 1,0 enthält [7,12]. Höhere Visuswerte sind optional erlaubt.  
 Einfache Nahsehproben, die nur eine kleine Auswahl von Visusstufen enthalten und in der Klinik z.B. zur Nahbrillenbestimmung verwendet werden, sind zur normgerechten Bestimmung der Nahlesesehschärfe nicht geeignet.  Einfache Nahsehproben, die nur eine kleine Auswahl von Visusstufen enthalten und in der Klinik z.B. zur Nahbrillenbestimmung verwendet werden, sind zur normgerechten Bestimmung der Nahlesesehschärfe nicht geeignet. 
  
-**2.2.8 Abstufung der Sehzeichen:** Eine Forderung der DIN EN ISO 7921 besagt, dass Nahleseproben nur dann normgerecht sind, wenn sie sämtliche Visusstufen der logarithmisch gestuften Normzahlreihe R10 beginnend bei einem – vom Hersteller selbst festzulegenden – kleinsten Wert (z.B. Visuswert 0,05) bis hin zum Visuswert 1,0 enthält [7,12]. Höhere Visuswerte sind optional erlaubt. +==== 2.2.Ergänzende Normen  ====
- +
-Einfache Nahsehproben, die nur eine kleine Auswahl von Visusstufen enthalten und in der Klinik z.B. zur Nahbrillenbestimmung verwendet werden, sind zur normgerechten Bestimmung der Nahlesesehschärfe nicht geeignet.  +
- +
-==== 2.2.Ergänzende Normen  ====+
 Der technische Report ISO/TR 19498 [13] ergänzt die DIN EN ISO 8596. Er beschreibt ein wissenschaftlich anerkanntes Verfahren, mit dem es möglich ist, klinische Optotypen an den Landoltring anzupassen. Der technische Report ISO/TR 19498 [13] ergänzt die DIN EN ISO 8596. Er beschreibt ein wissenschaftlich anerkanntes Verfahren, mit dem es möglich ist, klinische Optotypen an den Landoltring anzupassen.
  
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 Die alte Norm zur Nahvisusbestimmung, DIN 58220 Teil 4, ist nicht mehr gültig. Die alte Norm zur Nahvisusbestimmung, DIN 58220 Teil 4, ist nicht mehr gültig.
  
-**2.2.10 Umrechnung von Maßeinheiten:** Die im deutschsprachigen Raum übliche Maßeinheit für die **Nahsehschärfe** ist die „dezimale Sehschärfe“. In der wissenschaftlichen Literatur wird die Sehschärfe oft in LogMAR-Einheiten angegeben. Diese Maßeinheiten kann man mit Hilfe einfacher Formeln ineinander umrechnen. So erhält man aus einem gegebenen LogMAR-Wert die dezimale Sehschärfe durch die Rechnung\\ +==== 2.2.Umrechnung von Maßeinheiten ==== 
-dezimale Sehschärfe= 10^(-LogMAR).\\+Die im deutschsprachigen Raum übliche Maßeinheit für die **Nahsehschärfe** ist die „dezimale Sehschärfe“. In der wissenschaftlichen Literatur wird die Sehschärfe oft in LogMAR-Einheiten angegeben. Diese Maßeinheiten kann man mit Hilfe einfacher Formeln ineinander umrechnen. So erhält man aus einem gegebenen LogMAR-Wert die 
 +dezimale Sehschärfe durch die Rechnung:\\ 
 +<code> 
 +dezimale Sehschärfe = 10^(-LogMAR) 
 +</code>\\
 Diese Formel findet man in der DIN EN ISO 8596:2018 und in [24]. Diese Formel findet man in der DIN EN ISO 8596:2018 und in [24].
  
-Auf manchen Prüftafeln ist zusätzlich die „Normalentfernung“ der Optotypen angegeben. Dies ist der Abstand, aus dem die jeweiligen Sehzeichen den Visuswert 1,0 haben. Diese Prüftafeln kann man in einer beliebigen Prüfentfernung zur Visusbestimmung verwenden. Man ermittelt zuerst die kleinste Optotypenzeile, die in dieser Entfernung noch erkannt wird, und liest dann die neben der Zeile aufgedruckte Normalentfernung von der Tafel ab. Die dezimale Sehschärfe ergibt sich dann aus der Formel [24]\\+Auf manchen Prüftafeln ist zusätzlich die „Normalentfernung“ der Optotypen angegeben. Dies ist der Abstand, aus dem die jeweiligen Sehzeichen den Visuswert 1,0 haben. Diese Prüftafeln kann man in einer beliebigen Prüfentfernung zur Visusbestimmung verwenden. Man ermittelt zuerst die kleinste Optotypenzeile, die in dieser Entfernung noch erkannt wird, und liest dann die neben der Zeile aufgedruckte Normalentfernung von der Tafel ab. Die dezimale Sehschärfe ergibt sich dann aus der Formel [24]:\\ 
 +<code>
 dezimale Sehschärfe = Prüfentfernung/Normalentfernung dezimale Sehschärfe = Prüfentfernung/Normalentfernung
 +</code>
  
 Die verschiedenen Maßeinheiten für die **Nahlesesehschärfe** (dezimale Sehschärfe, logRAD, M-Größe, N-Größe, reduzierter Snellen-Bruch) lassen sich leider nicht so leicht ineinander umrechnen. Eine Tabelle, die die verschiedenen Maßeinheiten in Beziehung zueinander setzt, befindet sich in der Norm [7]. Die verschiedenen Maßeinheiten für die **Nahlesesehschärfe** (dezimale Sehschärfe, logRAD, M-Größe, N-Größe, reduzierter Snellen-Bruch) lassen sich leider nicht so leicht ineinander umrechnen. Eine Tabelle, die die verschiedenen Maßeinheiten in Beziehung zueinander setzt, befindet sich in der Norm [7].
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 Zur Messung der Lesegeschwindigkeit empfiehlt die Anleitung zu den Radner Tafeln folgende Vorgehensweise (Anleitung hier verkürzt): Die PatientInnen werden gebeten: „Bitte lesen Sie so rasch und fehlerfrei wie möglich. Falls Sie einen Fehler machen, lesen Sie den Satz bitte zu Ende und beginnen nicht wieder von vorne.“ Die Zeit wird mit einer Stoppuhr vom Start bis zum Ende des Satzes gemessen. Fehler werden markiert. Wenn die Lesedauer für die 14 Worte der Radner Lesetafeln größer als 20 Sekunden ist, oder der Sinn des Satzes entstellt ist, wird der Test abgebrochen. Für den IReST Lesetest empfehlen Trauzettel-Klosinski et al. [20] eine ähnliche Vorgehensweise. Die Lesegeschwindigkeit ergibt sich dann aus der Formel:\\ Zur Messung der Lesegeschwindigkeit empfiehlt die Anleitung zu den Radner Tafeln folgende Vorgehensweise (Anleitung hier verkürzt): Die PatientInnen werden gebeten: „Bitte lesen Sie so rasch und fehlerfrei wie möglich. Falls Sie einen Fehler machen, lesen Sie den Satz bitte zu Ende und beginnen nicht wieder von vorne.“ Die Zeit wird mit einer Stoppuhr vom Start bis zum Ende des Satzes gemessen. Fehler werden markiert. Wenn die Lesedauer für die 14 Worte der Radner Lesetafeln größer als 20 Sekunden ist, oder der Sinn des Satzes entstellt ist, wird der Test abgebrochen. Für den IReST Lesetest empfehlen Trauzettel-Klosinski et al. [20] eine ähnliche Vorgehensweise. Die Lesegeschwindigkeit ergibt sich dann aus der Formel:\\
-Lesegeschwindigkeit[Wörter/Minute] = (60·Anzahl der gelesenen Wörter)/(gemessene Lesezeit[s]).+<code> 
 +Lesegeschwindigkeit[Wörter/Minute] = (60·Anzahl der gelesenen Wörter)/(gemessene Lesezeit[s]) 
 +</code>
  
 Ob die Anzahl der falsch gelesenen Wörter von der Gesamtzahl der gelesenen Wörter abgezogen werden muss oder nicht, wird unterschiedlich gehandhabt.  Ob die Anzahl der falsch gelesenen Wörter von der Gesamtzahl der gelesenen Wörter abgezogen werden muss oder nicht, wird unterschiedlich gehandhabt. 
  
-==== 2.4.Fremdsprachen ====+==== 2.4.Fremdsprachen ====
 Um Sprachprobleme auszugleichen, können Patienten bei Bedarf mit fremdsprachigen Leseproben (z.B. Bailey–Lovie Word Reading Chart, Colenbrander English Continuous Text Near Vision Cards, IReST Reading Probe, MNREAD Charts, SKread Charts, Radner Reading Charts) untersucht werden.  Um Sprachprobleme auszugleichen, können Patienten bei Bedarf mit fremdsprachigen Leseproben (z.B. Bailey–Lovie Word Reading Chart, Colenbrander English Continuous Text Near Vision Cards, IReST Reading Probe, MNREAD Charts, SKread Charts, Radner Reading Charts) untersucht werden. 
  
-==== 2.4.Darf man alte, einfache Nahleseproben noch weiterverwenden? ====+==== 2.4.Darf man alte, einfache Nahleseproben noch weiterverwenden? ====
 In den Kliniken und Augenarztpraxen sind häufig ganz einfache Lesetafeln im Gebrauch. Sie werden z.B. bei der Bestimmung der Nahbrille eingesetzt. Die einfachen Lesetafeln enthalten oft auch andere nützliche Lesetests, wie z.B. Noten, Auszüge aus Fahrplänen und Landkarten. Diese einfachen Lesetafeln sind aber nicht normgerecht, da sie nur wenige ausgewählte Visusstufen enthalten. Außerdem stimmen die Schriftart und x-Höhe oft nicht mit den Vorschriften der Norm DIN EN ISO 7921 überein. Deshalb dürfen diese Tafeln nicht verwendet werden, wenn die gemessenen Nahsehschärfewerte an Kollegen oder offizielle Stellen weitergegeben werden sollen.  In den Kliniken und Augenarztpraxen sind häufig ganz einfache Lesetafeln im Gebrauch. Sie werden z.B. bei der Bestimmung der Nahbrille eingesetzt. Die einfachen Lesetafeln enthalten oft auch andere nützliche Lesetests, wie z.B. Noten, Auszüge aus Fahrplänen und Landkarten. Diese einfachen Lesetafeln sind aber nicht normgerecht, da sie nur wenige ausgewählte Visusstufen enthalten. Außerdem stimmen die Schriftart und x-Höhe oft nicht mit den Vorschriften der Norm DIN EN ISO 7921 überein. Deshalb dürfen diese Tafeln nicht verwendet werden, wenn die gemessenen Nahsehschärfewerte an Kollegen oder offizielle Stellen weitergegeben werden sollen. 
  
- +==== 2.4.Trennschwierigkeiten ====
- +
-==== 2.4.Trennschwierigkeiten ====+
 Ca. 90% der Patienten mit einer Schielamblyopie haben Trennschwierigkeiten [19]. Deshalb ist das Lesevermögen häufig stärker reduziert, als die Sehschärfe für Einzeloptotypen erwarten lässt. Das Ausmaß der Kontureninteraktion zeigt z.B. der C-Test nach Haase-Hohmann [11]. Er enthält sehr eng beieinander stehende Landoltringe mit 2,6´ Wikelminuten Abstand und Landoltringe mit 17,2’ Winkelminuten Abstand. Die Untersuchung kann entweder in 5 m oder in 40 cm durchgeführt werden.  Ca. 90% der Patienten mit einer Schielamblyopie haben Trennschwierigkeiten [19]. Deshalb ist das Lesevermögen häufig stärker reduziert, als die Sehschärfe für Einzeloptotypen erwarten lässt. Das Ausmaß der Kontureninteraktion zeigt z.B. der C-Test nach Haase-Hohmann [11]. Er enthält sehr eng beieinander stehende Landoltringe mit 2,6´ Wikelminuten Abstand und Landoltringe mit 17,2’ Winkelminuten Abstand. Die Untersuchung kann entweder in 5 m oder in 40 cm durchgeführt werden. 
  
 Der Visus mit Landoltringen mit einem Abstand von 17,2´ Winkelminuten entspricht in etwa der Sehschärfe mit Einzeloptotypen. Im Verlauf einer Amblyopietherapie verbessert sich der Einzeloptotypenvisus oftmals auf fast normale Werte, während der Visus mit den eng stehenden Landoltringen (2,6') trotz der Behandlung deutlich erniedrigt sein kann. So ergab sich in klinischen Studien bei einem Einzeloptotypenvisus von 0,8 ein Visus für Reihensehzeichen zwischen 0,16 und 0,63 [19]. Damit kann bereits im Vorschulalter eine Aussage zur Amblyopiegefährdung und zur Art der späteren Weiterbehandlung gemacht werden.  Der Visus mit Landoltringen mit einem Abstand von 17,2´ Winkelminuten entspricht in etwa der Sehschärfe mit Einzeloptotypen. Im Verlauf einer Amblyopietherapie verbessert sich der Einzeloptotypenvisus oftmals auf fast normale Werte, während der Visus mit den eng stehenden Landoltringen (2,6') trotz der Behandlung deutlich erniedrigt sein kann. So ergab sich in klinischen Studien bei einem Einzeloptotypenvisus von 0,8 ein Visus für Reihensehzeichen zwischen 0,16 und 0,63 [19]. Damit kann bereits im Vorschulalter eine Aussage zur Amblyopiegefährdung und zur Art der späteren Weiterbehandlung gemacht werden. 
  
-==== 2.4.Vergrößerungsbedarf bei der Anpassung von vergrößernden Sehhilfen ====+==== 2.4.Vergrößerungsbedarf bei der Anpassung von vergrößernden Sehhilfen ====
 Ein wichtiges Ziel der Anpassung von vergrößernden Sehhilfen ist die Wiederherstellung der Lesefähigkeit. Nach Diepes et al. [3] reicht dazu in der Regel ein mit Einzelzeichen gemessener Fernvisus von 0,4 bis 0,5. Der mit Einzelzeichen gemessene Visus ist aber bei eingeschränkten zentralen und parazentralen Gesichtsfeldern häufig wenig aussagekräftig, denn zum Lesen ist nach Aulhorn eine minimale Ausdehnung des Gesichtsfeldes von 4 Grad horizontal und 2 Grad vertikal nötig [3, 21]. Zusätzlich ist beim Lesen auch die Funktionsfähigkeit kortikaler Areale erforderlich, die für das Erkennen von Wörtern und Textzusammenhängen zuständig sind [21]. Ein wichtiges Ziel der Anpassung von vergrößernden Sehhilfen ist die Wiederherstellung der Lesefähigkeit. Nach Diepes et al. [3] reicht dazu in der Regel ein mit Einzelzeichen gemessener Fernvisus von 0,4 bis 0,5. Der mit Einzelzeichen gemessene Visus ist aber bei eingeschränkten zentralen und parazentralen Gesichtsfeldern häufig wenig aussagekräftig, denn zum Lesen ist nach Aulhorn eine minimale Ausdehnung des Gesichtsfeldes von 4 Grad horizontal und 2 Grad vertikal nötig [3, 21]. Zusätzlich ist beim Lesen auch die Funktionsfähigkeit kortikaler Areale erforderlich, die für das Erkennen von Wörtern und Textzusammenhängen zuständig sind [21].
  
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 Wegen des vergleichsweise geringen Leseabstands ist genau auf die Einhaltung des Abstands, eine für diese Entfernung angemessene Nahkorrektion und eine adäquate Beleuchtung zu achten: Bei völlig fehlendem Akkommodationsvermögen ist für 25 cm Abstand ein Nahzusatz von 1/0,25 m = +4.0 dpt als Addition zur bestmöglichen Fernrefraktion hinzuzurechnen. Wegen des vergleichsweise geringen Leseabstands ist genau auf die Einhaltung des Abstands, eine für diese Entfernung angemessene Nahkorrektion und eine adäquate Beleuchtung zu achten: Bei völlig fehlendem Akkommodationsvermögen ist für 25 cm Abstand ein Nahzusatz von 1/0,25 m = +4.0 dpt als Addition zur bestmöglichen Fernrefraktion hinzuzurechnen.
  
-==== 2.4.Minderung der Erwerbsfähigkeit und Nahsehschärfe ====+==== 2.4.Minderung der Erwerbsfähigkeit und Nahsehschärfe ====
 Bei der Mehrzahl der zu begutachtenden Patienten stimmen Fernvisus und Nahvisus (Einzeloptotypen) überein. Bei parazentralen Gesichtsfelddefekten, bei Patienten mit hoher Myopie oder bei Schielamblyopien können aber zum Teil erhebliche Differenzen auftreten. Des Weiteren führen postchiasmale, nah parazentrale (d.h. die zentralen 2° beeinträchtigende) homonyme Gesichtsfeldausfälle zu einer Beeinträchtigung des Lesevermögens. Sog. zentrale Sehstörungen, also Beeinträchtigungen zerebraler Areale außerhalb der primären Sehbahn („zentrale Alexie“ oder [Hemi-] Neglekt) reduzieren ebenfalls die Lesefähigkeit oder führen ggf. sogar zu einer völligen Leseunfähigkeit [21]. Bei der Mehrzahl der zu begutachtenden Patienten stimmen Fernvisus und Nahvisus (Einzeloptotypen) überein. Bei parazentralen Gesichtsfelddefekten, bei Patienten mit hoher Myopie oder bei Schielamblyopien können aber zum Teil erhebliche Differenzen auftreten. Des Weiteren führen postchiasmale, nah parazentrale (d.h. die zentralen 2° beeinträchtigende) homonyme Gesichtsfeldausfälle zu einer Beeinträchtigung des Lesevermögens. Sog. zentrale Sehstörungen, also Beeinträchtigungen zerebraler Areale außerhalb der primären Sehbahn („zentrale Alexie“ oder [Hemi-] Neglekt) reduzieren ebenfalls die Lesefähigkeit oder führen ggf. sogar zu einer völligen Leseunfähigkeit [21].
 Für die Beurteilung der Minderung der Erwerbsfähigkeit (MdE) durch Schäden des Sehvermögens hatte die Deutsche Ophthalmologische Gesellschaft 1981 empfohlen: „Ergeben sich Abweichungen zwischen Fern- und Nahvisus, so ist die MdE für beide Sehschärfewerte anhand der Tabelle zu ermitteln und für die Beurteilung ein Zwischenwert zu wählen, der bevorzugt den Nahvisus berücksichtigt.“ (siehe hierzu Gramberg-Danielsen & Mewe [10]). Mit der vollständigen Überarbeitung der Empfehlungen zur Beurteilung in der Gesetzlichen Unfallversicherung (GUV) 1994 (Völcker & Gramberg-Danielsen [22], Burggraf [2]) entfiel jedoch die Berücksichtigung des Nahvisus. Seither ist bezüglich des zu ermittelnden Visus nur die DIN-konforme Sehschärfeprüfung für die Ferne bei der Beurteilung der MdE zugrunde zu legen. Für die Beurteilung der Minderung der Erwerbsfähigkeit (MdE) durch Schäden des Sehvermögens hatte die Deutsche Ophthalmologische Gesellschaft 1981 empfohlen: „Ergeben sich Abweichungen zwischen Fern- und Nahvisus, so ist die MdE für beide Sehschärfewerte anhand der Tabelle zu ermitteln und für die Beurteilung ein Zwischenwert zu wählen, der bevorzugt den Nahvisus berücksichtigt.“ (siehe hierzu Gramberg-Danielsen & Mewe [10]). Mit der vollständigen Überarbeitung der Empfehlungen zur Beurteilung in der Gesetzlichen Unfallversicherung (GUV) 1994 (Völcker & Gramberg-Danielsen [22], Burggraf [2]) entfiel jedoch die Berücksichtigung des Nahvisus. Seither ist bezüglich des zu ermittelnden Visus nur die DIN-konforme Sehschärfeprüfung für die Ferne bei der Beurteilung der MdE zugrunde zu legen.
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 Hier gibt es in den letzten Jahren große Fortschritte. Durch die 2024 verabschiedete Norm DIN EN ISO 7921 [7] wurde eine wichtige Voraussetzung zur Vereinheitlichung der Nahlesetests geschaffen. Auch die Gestaltung und Standardisierung der Lesetexte wurden in den letzten Jahren deutlich verbessert [15,16,17]. Schließlich gibt es mittlerweile wissenschaftliche Untersuchungen, in denen gezeigt wurde, dass die Nahlesesehschärfe unter Laborbedingung mit einer hohen Reproduzierbarkeit und einer kleinen Varianz gemessen werden kann [16,17]. Hier gibt es in den letzten Jahren große Fortschritte. Durch die 2024 verabschiedete Norm DIN EN ISO 7921 [7] wurde eine wichtige Voraussetzung zur Vereinheitlichung der Nahlesetests geschaffen. Auch die Gestaltung und Standardisierung der Lesetexte wurden in den letzten Jahren deutlich verbessert [15,16,17]. Schließlich gibt es mittlerweile wissenschaftliche Untersuchungen, in denen gezeigt wurde, dass die Nahlesesehschärfe unter Laborbedingung mit einer hohen Reproduzierbarkeit und einer kleinen Varianz gemessen werden kann [16,17].
  
-Es besteht aber weiterhin das Problem des unklaren Abbruchkriteriums und die in Absatz 2.4.2 geschilderten prinzipiellen Probleme einer Augenprüfung mit Lesetexten. Außerdem hat die Norm DIN EN ISO 7921 mit der Zulassung **ähnlicher Schriften** ein potentielles Problem geschaffen, denn es ist nicht klar, welche Schriften als ähnlich akzeptiert werden. Außerdem ist durchaus nicht sicher, dass alle ähnlichen Schriften die gleichen Nahlesesehschärfewerte liefern. +Es besteht aber weiterhin das Problem des unklaren Abbruchkriteriums und die im [[ns_txt_nahsehschaerfelesevermoegen#Nahlesesehschärfe|Absatz Nahlesesehschärfe]] geschilderten prinzipiellen Probleme einer Augenprüfung mit Lesetexten. Außerdem hat die Norm DIN EN ISO 7921 mit der Zulassung **ähnlicher Schriften** ein potentielles Problem geschaffen, denn es ist nicht klar, welche Schriften als ähnlich akzeptiert werden. Außerdem ist durchaus nicht sicher, dass alle ähnlichen Schriften die gleichen Nahlesesehschärfewerte liefern. 
  
 ===== 2.5 Fehlerquellen ===== ===== 2.5 Fehlerquellen =====
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 24. Wesemann W, Heinrich SP, Jägle U et al. (2020) Neue DIN- und ISO-Normen zur Sehschärfebestimmung, Ophthalmologe 117: 19–26, doi: 10.1007/s00347-019-0943-x 24. Wesemann W, Heinrich SP, Jägle U et al. (2020) Neue DIN- und ISO-Normen zur Sehschärfebestimmung, Ophthalmologe 117: 19–26, doi: 10.1007/s00347-019-0943-x
  
-===== 2.9 Tabellen ===== +===== 2.9 Geräteliste =====
-==== 2.9.1 Internetadressen ====+
  
 **Nahlesetafeln nach DIN EN ISO 7921** **Nahlesetafeln nach DIN EN ISO 7921**
  
   * [[NS_TAB_LesetafelnInteretadressen|Internetadressen]]   * [[NS_TAB_LesetafelnInteretadressen|Internetadressen]]
 +
 +**Vorbemerkung:** Die folgenden Nahleseproben wurden nach den Forderungen der Norm DIN EN ISO 7921 gestaltet. Bei den Lesetexten wurde der Schriftgrad (Schriftgröße, font size) so gewählt, dass die Höhe des Kleinbuchstaben „x“ (die „x-Höhe“) genauso hoch ist wie ein nach DIN EN ISO 8596 genormter Landoltring vom gleichen Visuswert. 
 +
   * [[NS_TAB_ColenbranderLesetest|Colenbrander Lesetest]]   * [[NS_TAB_ColenbranderLesetest|Colenbrander Lesetest]]
   * [[NS_TAB_OculusNahleseprobe2|Oculus Nahleseprobe 2]]   * [[NS_TAB_OculusNahleseprobe2|Oculus Nahleseprobe 2]]
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 **Tafel zur Prüfung von Trennschwierigkeiten** **Tafel zur Prüfung von Trennschwierigkeiten**
   * [[https://www.oculus.de|C-Test nach Haase/Hohmann (Fa. Oculus Optikgeräte GmbH)]]   * [[https://www.oculus.de|C-Test nach Haase/Hohmann (Fa. Oculus Optikgeräte GmbH)]]
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 Alle URLs waren gültig am 2025-10-05. Angegeben sind Hersteller-Sites und evtl. deutsche Bezugsquellen ohne Anspruch auf Vollständigkeit. Alle URLs waren gültig am 2025-10-05. Angegeben sind Hersteller-Sites und evtl. deutsche Bezugsquellen ohne Anspruch auf Vollständigkeit.
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-==== 2.9.2. Tabelle Nahleseproben ==== 
-**Vorbemerkung:** Die folgenden Nahleseproben wurden nach den Forderungen der Norm DIN EN ISO 7921 gestaltet. Bei den Lesetexten wurde der Schriftgrad (Schriftgröße, font size) so gewählt, dass die Höhe des Kleinbuchstaben „x“ (die „x-Höhe“) genauso hoch ist wie ein nach DIN EN ISO 8596 genormter Landoltring vom gleichen Visuswert.  
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-^ Bezeichnung der Leseprobe ^ Colenbrander Lesetest (Continuous Text Reading Card) ^ 
-| Art der Sehzeichendarbietung | Gedruckte Sehtesttafel (Hartplastik 17,7 x 22,8 cm) | 
-| Art der Sehzeichen | Lesetexte | 
-| Verwendete Schriftfamilie | Barock-Antiqua mit Serifen (ähnlich Times New Roman)| 
-| Sehschärfebereich der Lesetexte | Für Prüfentfernung 40 cm: 0,063 – 1,25| 
-| Art der Lesetexte | 14 kurze Lesetexte, die aus einem oder zwei Sätzen bestehen. Die Lesetexte für die Visuswerte 0,063 – 0,1 enthalten 8 – 9 Wörter. Die Lesetexte für die Visuswerte 0,12 – 1,25 bestehen aus 14 – 18 Wörtern.| 
-| Abstufung | Logarithmiert äquidistante Abstufung nach DIN EN ISO 7921. Stufengröße 0,1 logRAD| 
-| Abbruch-Kriterium für den Landoltringtest | Keine Landoltringe vorhanden| 
-| Prüfentfernung, für die die Visuswerte der Optotypen vom Hersteller angegeben sind | 40 cm| 
-| Angabe des gemessenen Nahlesesehschärfewerts als  | dezimale Nahlesesehschärfe, Normalentfernung in Meter; Snellen-Bruch in Meter und Fuß| 
-| Kompatibilität der Landoltringe mit DIN 58220 –Teil 3 und DIN EN ISO 8596 | Keine Landoltringe vorhanden| 
-| Möglichkeit zur Kontrolle der Prüfentfernung in die Tafel integriert? | Ja, 40 cm Kordel| 
-| Welche Messgrößen für die Sehschärfe können ermittelt werden? | Nahlesesehschärfe, Lesegeschwindigkeit, kritische Buchstabengröße| 
-| Besonderheiten | 1) Auch in 9 anderen Sprachen erhältlich. 2) Außer der hier genannten Nahleseprobe gibt es weitere Versionen der Colenbrander-Tafel, wie z.B. Leseproben mit unterschiedlichen Kontrasten sowie eine Leseprobe für einen Abstand von 1 Meter. | 
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-^Bezeichnung der Leseprobe ^ Oculus Nahleseprobe 2 ^ 
-| Art der Sehzeichendarbietung | Gedruckte Sehtesttafel (Ringbuch DIN A5)| 
-| Art der Sehzeichen | Lesetexte, Zahlen, Landoltringe, E-Haken| 
-| Verwendete Schriftfamilie | Lesetexte und Zahlen: Serifenlose Linear-Antiqua (Arial), „Zeitungsdruck“: Times New Roman| 
-| Sehschärfebereich der Lesetexte | Für Prüfentfernung 40 cm: 0,063 – 1,0| 
-| Art der Lesetexte | 27 drei- bis neunzeilige Lesetexte. Die Lesetexte für die Visuswerte 0,063 – 0,32 enthalten 8 – 27 Wörter. Die Lesetexte für die Visuswerte 0,4 – 1,0 bestehen aus 42 – 70 Wörtern. Zusätzlich 2 lange Texte mit “Zeitungsdruck” für Erwachsene und Kinder mit ca. 160 Wörtern.| 
-| Abstufung | Logarithmiert äquidistante Abstufung nach DIN EN ISO 7921. Stufengröße 0,1 logRAD| 
-| Abbruch-Kriterium für den Landoltringtest | 3 Richtige von 5 Landoltringen oder 6 Richtige von 10 | 
-| Prüfentfernungen, für die die Visuswerte der Optotypen vom Hersteller angegeben sind. | 25 cm, 33 cm und 40 cm| 
-| Angabe des gemessenen Nahlesesehschärfewerts als  | dezimale Nahlesesehschärfe| 
-| Kompatibilität der Landoltringe mit DIN 58220 –Teil 3 und DIN EN ISO 8596 | Ja. Pro Visusstufe sind 2 unterschiedliche Gruppen mit 5 Landoltringen vorhanden.| 
-| Möglichkeit zur Kontrolle der Prüfentfernung in die Tafel integriert? | Nein| 
-| Welche Messgrößen für die Sehschärfe können ermittelt werden? | Nahlesesehschärfe, Lesegeschwindigkeit, kritische Buchstabengröße, Nahsehschärfe für Landoltringe und E-Haken| 
-| Besonderheiten | Enthält auch: Fahrplan, Telefonbuch, Noten, Zeitungsdruck und eine Lösungskarte für die Landoltringe und E-Haken.| 
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-^ Bezeichnung der Leseprobe ^ Radner Lesetafeln ^ 
-| Art der Sehzeichendarbietung | Gedruckte Sehtesttafeln (Ringbuch DIN A4) | 
-| Verwendete Schriftfamilie | Text: Serifenlose Linear Antiqua (Helvetica),  | 
-| Zahlen: Serifenlose Radner-Götlinger Zahlen | 
-| Sehschärfebereich der Lesetexte | Für Prüfentfernung 40 cm: 0,063 – 1,6 | 
-| Art der Lesetexte | 52 standardisierte dreizeilige Lesetexte für die Visuswerte 0,08 – 1,6 mit jeweils 14 Wörtern, die aus einem Hauptsatz und einem Relativsatz bestehen. Zusätzlich 3 Zeilen für den Visuswert 0,063 mit jeweils 4 Wörtern und 3 lange Lesetexte mit jeweils 111 Wörtern für die Visuswerte 0,2; 0,32 und 0,4. | 
-| Abstufung | Logarithmiert äquidistante Abstufung nach DIN EN ISO 7921. Stufengröße 0,1 logRAD | 
-| Abbruch-Kriterium für den Landoltringtest | 3 Richtige von 5 Landoltringen. | 
-| Prüfentfernungen, für die die Visuswerte der Optotypen vom Hersteller angegeben sind. | 32 cm, 40 cm und 63 cm | 
-| Angabe des gemessenen Nahlesesehschärfewerts als  | dezimale Nahlesesehschärfe, logRAD, Vergrößerungsbedarf für 25 cm | 
-| Kompatibilität der Landoltringe mit DIN 58220 –Teil 3 und DIN EN ISO 8596 | Nein: Die Orientierung der Landoltringe entspricht nicht durchgehend DIN 58220-3:2021-04. Ferner entspricht der horizontale Abstand zwischen den Landoltringen nicht durchgehend den Forderungen der DIN EN ISO 8596:2018-04. | 
-| Möglichkeit zur Überprüfung der Prüfentfernung in die Tafel integriert? | Nein | 
-| Welche Messgrößen für die Sehschärfe können ermittelt werden? | Nahlesesehschärfe, Lesegeschwindigkeit, kritische Buchstabengröße, Nahsehschärfe für Landoltringe und Zahlen, Vergrößerungsbedarf | 
-| Besonderheiten | 1) Auch in 10 anderen Sprachen erhältlich. 2) In jeder Visusstufe können vier verschiedene Lesetexte angeboten werden. 3) Die Lesetexte sind im sprachlichen Niveau, in der syntaktischen Struktur sowie in den Satz- und Wortlängen standardisiert. | 
  
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  • von Herbert Jägle